Großstadtliebe

Was soll ich sagen ihr Lieben, ich habe mich am Wochenende wieder in die Stadt verliebt.

Nicht unbedingt in eine bestimmte Stadt – vielmehr doch in den Flair einer großen, magischen Stadt. Gerade wenn man in ein Alter kommt, in dem man nicht mehr jedes Wochenende auf eine Party in der Disco um die Ecke rennt. Auch wenn ich das hin und wieder schon noch sehr gerne mache – mit weniger Alkohol und Zigaretten, dafür umso mehr Blasen an den Füßen vom Tanzen – aber das ist eine andere Geschichte!

Fakt ist, ich kann einfach nicht „ohne“.

Ich kann nicht ohne das Gefühl in die nächste angesagte Bar oder den neuesten Pop-Up-Store zu rennen. Ich kann nicht ohne die Freitagabend-Frage „Schatz was willst du heute essen? Willst du mexikanisch, italienisch, kroatisch, japanisch, koreanisch, chinesisch, albanisch oder doch zum Türken um die Ecke?“

Ich kann auch nicht ohne die ganzen tollen, netten, süßen Cafés. Ich kann nicht ohne die vielen, wundertolligen, unterschiedlichsten Homo sapiens da draußen. Ich möchte umwuselt sein von Heteros, Homos, Transen, gelben, schwarzen, weißen, großen, kleinen, dicken, dünnen, gepiercten, tattowierten, Karohemden tragenden Menschen. Ich möchte untergehen in der Menge und trotzdem strahlen durch ein schönes Outfit oder dem leuchtend korallroten Lippenstift, den ich bei meinem Besuch im Dorf meiner Eltern lieber unbenutzt in der Tasche lasse.

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Inspiration. Motivation. Lebenslust. Neugier. Das alles sauge ich der Stadt aus ihren riesig, immer nachwachsenden und nie leer werdenden Poren. Als kreativer Mensch zerrt man geradezu von der Musen-Funktion einer lebendigen Stadt.

Ich brauche Bücherläden, deren Existenz nicht gefährdet sind, da sie sich immer wieder etwas neues einfallen lassen, um die Leute von ihren Amazon-Accounts in das echte Leben zurückzuholen. Ich möchte die Wahl haben zwischen mehreren Kinos, die die unterschiedlichsten Filme spielen – auch diese jenseits von Hollywood und Kommerz. Ich will auf einmal wieder Jazz-Gesang studieren, oder zumindest Gesangsunterricht nehmen, 😉 wenn ich eine gute Band höre.  Ich brauche das alles!

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Ich liebe die Stadt! Und das als waschechtes Dorfkind!

Und auch wenn ich durch das Singen, Theater spielen, das lesen und auch meine Bildung dem Dorf schon hin und wieder entfliehen konnte und einerseits auch froh bin auf Sandbergen im Matsch und Dreck gespielt zu haben….so ganz glücklich war ich auch als Jugendliche tatsächlich schon nicht. Ich wollte raus! Ich wollte fliegen!

Und es ist schön! Es ist schön zu fliegen, ich mache noch ein bisschen so weiter und sicher möchte ich auch ein trautes Heim, bei dem ich zwischendurch mal landen kann, wenn mir der Großstadtrummel zu viel wird. Aber die Möglichkeit zu fliegen – sollte für mich immer bestehen bleiben!

↬𝓢𝓿𝒲↫

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