Wie es uns geht…

…du meine Güte, ist das jetzt lange her…der letzte Beitrag war im Juni und ich muss gestehen, dass hat auch so seine Gründe. Zum einen fällt es mir hier zurück in Deutschland tatsächlich schwerer etwas zu schreiben. Mein/Unser Alltag ist nicht mehr ganz so spannend und schließlich sind wir nicht wieder in eine neue Stadt gezogen, sondern in altbekanntes Gefilde. Zum anderen begleiten mich jetzt wieder andere Menschen, Freunde und die Familie durch meinen Alltag und egal welche Geschichten ich hier erzählen würde, es hätte zu 90 % auch immer mit eben diesen anderen Leuten zu tun. Und ich bin mir nicht sicher, wie toll die das finden würden, wenn ich hier auf dem Blog aus dem Nähkästchen plaudern würde. Sprich ich will auch einfach die Geschichten für mich behalten und die Privatsphäre meiner Liebsten wahren.

Ein weiterer kleiner Punkt ist auch die generelle Entwicklung in den Social Media Kanälen…fast kein Mensch nimmt sich heute noch die Zeit einen Blog-Eintrag zu lesen…ich sehe das bei mir selbst. Früher habe ich noch andere Blogs verfolgt, aber jetzt muss immer alles schnell gehen. Das Einzige was noch interessant ist, sind die Stories auf Instagram…weil der Inhalt dort eben fix und leicht verdaulich ist.

Vielleicht ändert sich das irgendwann ja wieder und es wird wieder spannender den ein oder anderen Blog zu verfolgen…aber ganz ehrlich, es gibt auch einfach echt schon zu viele davon…das ist mir auch bewusst. Außerdem ist dieses Projekt ja eigentlich aus dem China-Aufenthalt entstanden und das ist jetzt vorbei. Ich seh mich selbst auch einfach echt nicht als „Selbstdarsteller“. Ich mache zwar schon hin und wieder ein Selfie – oder poste ein neues Outfit, wenn es mir in dem Moment einfach gut gefällt…aber ständig? Immer nur Blog-Einträge mit mir selbst drauf? Nein – Danke! So interessant bin ich auch wieder nicht 🙂

Ich habe also schon wieder mehrmals überlegt aufzuhören. Aber ich will noch ein bisschen warten, warten auf unsere Wohnung (die hoffentlich schon Ende Dezember fertig wird) und warten darauf, ob sich vielleicht dann nochmal eine Neuorientierung daraus ergibt. Denn ich gebe zu, so richtig angekommen sind wir hier in Deutschland einfach noch nicht.

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Natürlich uns fehlt es an nichts. Gerade jetzt dann ab September, wenn wir in die Einlieger-Wohnung meiner Eltern ziehen, denn dann haben wir endlich wieder eine Waschmaschine, mein Klavier in unmittelbarer Nähe und zum ersten Mal auch endlich eine Spülmaschine….JA ihr lest richtig, ich musste 30 Jahre alt werden um endlich in den Genuss einer Spülmaschine zu kommen. Ich finde einfach, gerade wenn man viel selbst kocht, ist so ein Maschinchen einfach gold wert.

Im September erfahren wir dann außerdem, ob unsere Wohnung noch Dezember 2017 oder eher März 2018 beziehbar sein wird. Ich bin soooo aufgeregt und freue mich echt sehr drauf. Erst dann bin ich richtig hier.

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Aber da ich auch den anderen Expats (liebe Grüße nach Tianjin) versprochen habe, auch mal ein bisschen darüber zu schreiben, wie es uns jetzt so geht, mache ich das jetzt auch:

Gar keine Frage – auswandern ist definitiv leichter als zurück kommen – aber das habe ich schon mal erwähnt. Beim auswandern, alles neu, aufregend und so weiter und beim zurück kommen, kehrt ja wieder der spießig-deutsche Arbeitsalltag ein. Man muss sich wieder um alles selbst kümmern und hat das Gefühl das Geld rinnt einem nur noch so durch die Finger – von dem man ja vorher das Meiste einfach für Reisen und Essen ausgeben konnte 🙂

Es ist also ein bisschen so, als würde man auf einmal wieder Erwachsen sein müssen. Da ich das Thema erst letztens mit einer meiner besten Freundinnen hatte und wir festgestellt haben, dass wir eigentlich nur „Erwachsen-sein“ spielen, ist die Sichtweise darauf jetzt auch wieder ein bisschen entspannter…denn ganz ehrlich, für mich hat sich weder beim Heiraten, noch beim Ausziehen, Auswandern oder Berufswechsel je innerlich etwas verändert…ich könnte genauso gut noch 20 sein…aber gut…das ist wieder ein anderes Thema…ich schweife ab…

Liebe Tianjiner, uns geht es gut. Natürlich vermissen wir die Freiheit und Unbeschwertheit, die wir diese zwei Jahre genießen durften, aber die frische bayerische Luft, die Nähe zur Natur machen da auch wieder viel wett. Ich habe es so dermaßen genossen das Freibad in Fußweite zu haben, dass sich meine Dauerkarte schon nach einem Monat bezahlt gemacht hat…

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Und da ich hier auf dem Bild gerade wieder meine Narben sehe, diese Worte richten sich jetzt an die anderen Lipödem-Betroffenen…mir geht es ganz gut soweit. Die Bein-OP hat mich einerseits befreit und andererseits wieder in ein kleines Loch geworfen…denn vorbei ist der Spaß natürlich jetzt trotzdem nicht und wird es auch nie sein. Aber mir geht es mittlerweile sehr gut damit, ich gewöhne mich langsam an die neuen Proportionen (das ist nicht zu unterschätzen, wenn man auf einmal ein neues Spiegelbild vor sich hat) und ich mache 5-6 mal die Woche Sport. Ich gehe ins Fitness, schwimmen, Yoga und heute war ich seit langem auch mal wieder Laufen…natürlich ganz gediegen, um zu heftige Erschütterungen zu vermeiden und mit Kompression. Ich halte euch da gerne ein bisschen auf dem Laufenden, da ich weiß, wie alleine man mit dieser Krankheit oft ist (wie immer, wenn man eine beschissenen Krankheit hat) aber ich möchte auch nicht einen reinen Lipödem-Blog erstellen, da ich mich einfach nicht ständig damit auseinandersetzen möchte. Falls ihr Fragen habt, wie ich das so versuche in den Griff zu bekommen, könnt ihr mir natürlich schreiben.

↬𝓢𝓿𝒲↫

 

 

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3 Kommentare zu „Wie es uns geht…

  1. Schön, mal wieder von Dir zu lesen! Den kleinen „Kulturschock“, den man eher beim Zurückkommen als beim Weggehen erlebt, kenne ich auch – nach einem Jahr als Au Pair in Frankreich und einen Studienjahr in Italien – ich kann mir vorstellen, dass man die vertraute Fremdheit der Heimat umso stärker wahrnimmt, je weiter man weg war…
    Was das Lipödem angeht (ich erlebe gerade meinen ersten Sommer mit Kompression und bin sehr froh, auf der Isle of Man mit eher kühlen Temperaturen Urlaub gemacht zu haben, mal ganz abgesehen davon, dass die Isle of Man wunderschön ist), würde mich interessieren: trägst Du Kompression nur noch zum Sport oder gar nur noch zum Laufen und kannst sonst seit der OP eher drauf verzichten? Oder merkst du die Beine gerade an warmen Tagen, wenn man eigentlich am liebsten auf die Kompri verzichten würde?

    Gefällt 2 Personen

    1. Vielen Dank für deinen tollen Kommentar. Ich bin am 5.12.16 operiert worden (Beine komplett – ohne Po und Hüfte). Man sollte die Kompression danach langsam abgewöhnen. Ich trage sie mittlerweile nur noch zum Sport oder ab und zu wenn ich Zuhause bin. Es wird langsam auch immer besser, was nach wie vor schlimm ist, ist langes Sitzen…da brauche ich sie meist/trage sie danach. Das Ziel ist aber (spätestens ein Jahr Post-OP) komplett auf die Kompri zu verzichten. Und ich freue mich echt sehr darauf, ich find die furchtbar…wie du sagst…gerade wenn es heiß ist!!!

      Gefällt 1 Person

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