Verbote

Manspreading….erst muss man noch googeln, was das überhaupt bedeutet und im nächsten Moment ist es schon verboten.

Wer von euch es noch nicht mit bekommen hat…mit „Manspreading“ ist gemeint, dass die männliche Gattung sich gern breitbeinig hinsetzt. Jetzt fragt man sich tatsächlich im ersten Moment, warum das nun in Madrid verboten wird.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich es selbst als Weiblein schon irgendwie attraktiver finde, wenn Mann nicht die Beine zusammendrückt, als müsse er sich etwas verkneifen oder gar die Beine überkreuzt…irgendwie reizt mich da ein lässiges Sitzen mit etwas auseinander gehaltenen Beinen tatsächlich mehr.

Aber, meine Herren…die Betonung liegt auf „etwas“. Ich durfte in S- und U-Bahnen nämlich auch schon mit so einigen Manspreadern Bekanntschaft machen und ich finde es tatsächlich ziemlich ätzend…es ist nämlich nicht nur so, dass man dann selbst auf seinem eh schon sehr eng bemessenen Sitz noch weniger Platz hat….es gibt da auch noch ein anderes Problem.

Dafür steigt ihr jetzt bitte alle mal geistig in eine voll bepackte U-Bahn vom Hauptbahnhof München in Richtung Innenstadt…ihr betretet die stickige Bahn, draußen hat’s 28 Grad im Schatten und hier unten scheint die Luft zu stehen. Ihr schaut euch schnell um, bei der Drehung nach rechts steigt euch ein schöner MC’Donalds Geruch in die Nase…da hat sich wieder irgend so ein Vollpfosten eingebildet, er müsse seine Pommes aus der Tüte, in der überfüllten U-Bahn verzehren…toll…ganz ehrlich? Was denken sich die Leute dabei? Kann man da nicht warten bis man zu Hause ist oder nochmal die zehn Minuten im MC’Donalds opfern? Anderes Thema….

Ihr seht also, das in Richtung Pommes-Mekka kein Platz mehr frei ist, dreht euch nach links und da kommt geruchlich gleich die nächste Überraschung daher…Döner..mit extra Knoblauch und Zwiebeln, geil!!! Bevor ihr wieder gedanklich abschweift und euch über die „ich-hau-mir-mal-schnell-zwischen-Hauptbahnhof-und-Stachus-einen-Döner-rein“-Leute aufregt, versucht ihr euch weiter auf die Platzsuche zu konzentrieren. Ihr guckt nochmal geradeaus, auf die eher unbeliebte Sitzreihe, welche nicht in Fahrtrichtung ausgerichtet ist, sondern die Plätze mit Blick zum Fenster hin gerichtet sind und man – ob man will oder nicht – immer leicht mit der Bahn mit bremst und beschleunigt…und da ist er…da ist tatsächlich noch ein Platz frei, dort zwischen den zwei Kindern, die sich eh schon einen Platz teilen und diesem, diesem wie heißt das noch…man hat doch extra ein Wort dafür erfunden…genau…dem Manspreader! Er sitzt da breitbeinig…aber so richtig…Frau fragt sich da schon, ob er sich nicht sonst was zerrt dabei oder vielleicht sogar schon die ersten Dehnübungen vor seiner nächsten Ballettstunde durchführt….

Ich gehe ruhig auf den scheinbar freien Platz zu…von dem eigentlich nur noch 30 % zu sehen sind…20% die Kinder, die andere Hälfte vom Manspreader reserviert…besser gesagt…für eins seiner männlich ausgestreckten Beine! Ich stehe nun vor dem Sitz, deute an mich gleich zu setzen…die Kinder rutschen ein Stück…sie sind anscheinend gut erzogen…doch dem Manspreader…interessiert es nicht, dass ich mich einfach direkt AUF sein Bein setze, wenn er nicht gleich seinen 90Grad-Winkel etwas minimiert.

Doch spulen wir nochmal kurz zu der Situation zurück BEVOR man in eine S- oder U-Bahn steigt. Man bereitet sich seelisch und moralisch darauf vor…es ist einem also bewusst, das sich einige fremde Menschen in die eigene Komfortzone bewegen…Kindern sagt man immer „lasst niemanden, von dem ihr es nicht möchtet, in euren Kreis/in eure Bubble“….spätestens wenn die Stadtkinder dann mit den öffentlichen in die Schule fahren, merken sie, wie schwer das ist. Man findet sich also eh schon damit ab, dass einem der „gerade-noch-schnell-zwischen-Bahnhof-und-Stachus-Döner-mit-viel-Knoblau-und-Zwiebeln-Verzehrer“ näher kommt, als man eigentlich möchte und dann noch das…

der einzige scheinbar „freie“ Platz…befindet sich neben einem Manspreader….herzlichen Glückwunsch! Sie haben die Arschkarte gezogen…sie stecken diese gedanklich in ihre Gesäßtasche, schlucken den Ärger runter und quetschen sich zwischen die zwei Kinder und der einer vielleicht am lästigsten Gattung von Mann…dem Manspreader.

Meine Lieben, ich bin eigentlich dagegen für jeden Scheiß Verbote aufzustellen. Nur manchmal muss man sich eingestehen, dass es anscheinend nicht anders geht…so lang’s weiterhin da draußen so Zipfeglatscher gibt, die nicht merken, dass sie mit ihrem Verhalten, anderen vielleicht gerade auf den Sack gehen, oder es ihnen gar egal ist…wenn sie ein Restaurant mit einer verrauchten Blues-Bar verwechseln und sich eine nach der anderen rein ziehen, obwohl der Gast am Nebentisch noch versucht sein Steak ungeräuchert zu genießen, und ein manspreading fabrizierender Gentleman NICHT merkt, dass er vielleicht ein paar Zentimeter seiner Männlichkeit einbüßen muss, damit neben ihm noch jemand normal sitzen kann…tja dann…sind Verbote wohl nötig.

 

Was des Titelbild mit dem Beitrag zu tun hat? Nix…es is einfach nur schee…

↬𝓢𝓿𝒲↫

Von Highspeed auf 0

Wir haben nur noch wenige Wochen hier in China. Es wird ernst. Bald sind wir keine Wahl-Chinesen mehr, sondern einfach wieder „nur“ Bayern. Auch wenn wir immer gerne betonen, dass wir aus dem besten Teil von Deutschland kommen, haben wir mittlerweile ein Problem damit, uns als „nur“ Bayern zu identifizieren. Denn all das wofür der Bayer steht, sind wir teilweise gar nicht (mehr). Man trifft nämlich ganz oft andere deutsche Studenten oder Ausländer, die sich schwer tun mit den Bayern und das missfällt mir sehr. Ich weiß mittlerweile wie es ist, irgendwo hin zu gehen, wo du darauf angewiesen bist, dass die Locals nett zu dir sind, dich mit offenen Armen empfangen und dir das ein oder andere Mal aus der Patsche helfen. Deshalb habe ich mir auch ganz fest vorgenommen, noch weltoffener, höflicher, hilfsbereiter und freundlicher zu sein…das ganze natürlich trotzdem auf bayerisch.

Aber lassen wir dieses tiefenpsychologische Wurzel-Gelaber und schauen, wie es uns momentan so geht und wie wir die letzten Wochen in China genießen.

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Ihr seid immer noch da!

Das Laub raschelt unter meinen Füßen…

der Wind weht durch die Blätter der Bäume und agiert wie ein Verstärker für ihre leisen Stimmen.

Sie erzählen uns ihre Geschichten,

vielleicht erzählen sie uns Geschichten von den unzähligen Menschen die schon an ihnen vorbei spaziert sind,

oder Geschichten von früher, als hauptsächlich nur Tiere an ihnen vorbeistreiften.

Wir wissen es nicht…denn…

Wir verstehen sie nicht, wir sprechen nicht ihre Sprache, nehmen nur das physikalisch geschuldete Akustik-Ergebnis war…

…aber wir hören, dass sie etwas zu sagen haben!

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Piccola e fragile

Manchmal geht es uns allen so. Wir fühlen uns in dieser riesigen, erdrückend großen Welt winzig klein. Was kann ich schon ausrichten? Sieht man mich überhaupt? Habe ich eine Chance im Job mich gegen all die anderen Harvardlinge durchzusetzen? Was mache ich hier überhaupt? Mache ich das Richtige? Sollte ich nicht mehr das oder dies tun? Bin ich ein guter Mensch?

Fragen über Fragen! Und während man so bei seiner Tasse Kaffee sitzt und nachdenkt, wird man immer noch kleiner. Aber all diese kleine Fragen, führen die denn nicht alle zu dieser einen großen? Die Frage, die wir schon lange nicht mehr hören können? Die große Suche nach dem SINN?

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Großstadtliebe

Was soll ich sagen ihr Lieben, ich habe mich am Wochenende wieder in die Stadt verliebt.

Nicht unbedingt in eine bestimmte Stadt – vielmehr doch in den Flair einer großen, magischen Stadt. Gerade wenn man in ein Alter kommt, in dem man nicht mehr jedes Wochenende auf eine Party in der Disco um die Ecke rennt. Auch wenn ich das hin und wieder schon noch sehr gerne mache – mit weniger Alkohol und Zigaretten, dafür umso mehr Blasen an den Füßen vom Tanzen – aber das ist eine andere Geschichte!

Fakt ist, ich kann einfach nicht „ohne“.

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