Sri Lanka

Es geht los…dies sind die Erinnerungen an meinen ersten Urlaub außerhalb Europas. Ich war furchtbar aufgeregt und musste erst einmal so Dinge erledigen wie Reisepass beantragen, Impfen lassen, etc. pp.! Im Vorfeld ist somit schon viel mehr zu tun, als wenn man nur mal schnell ins Auto steigt und in Richtung Italien fährt.

Das heißt, man setzt sich vorher gedanklich schon viel mehr mit der Planung auseinander. Da es allerdings unser erster gemeinsamer Urlaub fernab von Pizza, Ajvar, Schweinsbraten und Paella war, haben wir uns zu diesen Zeiten noch an ein Reisebüro gewandt und eine Pauschalreise gebucht. Mit einem ganz passablem Hotel, direkt am Strand von Sri Lanka. So eines, wie es jetzt mittlerweile wahrscheinlich noch hunderte mehr geben wird.

Trotzdem war es ein für mich unvergesslicher Urlaub. Das erste Mal so lange fliegen, das erste Mal einen Kulturschock verdauen…und der war für mich gelinde gesagt dort tatsächlich gewaltig. Am Flughafen angekommen wurden wir von Männern in Uniformen und Luftgewehren begrüßt. Das Land immer noch gezeichnet von seinen inneren Auseinandersetzungen und dem Bürgerkrieg. Armut egal wo man hin sieht. Und man selbst?

Man selbst lässt sich als „privilegierter, weißer Mensch“ im klimatisierten Mini-Van in ein Vier-Sterne-Hotel kutschieren und weiß gar nicht wohin mit seinen Gefühlen.

Boote_Fotor

„Was mache ich hier? Was nehme ich mir heraus mich an mein Buffet beim Abendessen zu setzen, wenn auf der Straße gegenüber Kinder hungern? Was verdammt nochmal mache ich hier?“

Ich war wirklich verzweifelt – und traurig. Ich hatte am ersten Tag ein schlechtes Gewissen meinen Urlaub zu genießen. Ich wusste nicht, ob ich es überhaupt schaffen würde…

Doch ich muss gestehen, es ging. Die Hotelanlage lässt einen schnell das „Elend vor der Tür“ vergessen, oder besser gesagt…verdrängen! Und man merkt zunehmend an dem Verhalten der Einwohner, dass sie auch froh sind, dass man sich als Geldgeber für gerade dieses Land entschieden hat…

FrauenSriLanka_Fotor

Und als Tourist bereut man es auch nicht. Stefan und ich hatten einen persönlichen Fahrer, der uns eine individuelle Tour zusammengestellt hat. Teeplantagen, Zahntempel in Kandy, Elefantenreiten und Elefantenwaisenhaus in Pinnawela. Außerdem hält man bei so einem privaten Trip überall wo man möchte. Man besucht den ortseigenen Markt. Man hält bei einer Ananas-Plantage, beobachtet die fleißigen Männer, die durch ihre Felder streifen oder isst rote Bananen vom Straßenrand, welche die Potenz steigern sollen 😉

HappyElephant_Fotor

Doch der Kulturschock war noch nicht ganz verdaut. Ein weiteres „Tief“ hatte ich beim Elefantenreiten. Und wieder rattert es in mir „Warum soll ein Elefant dafür trainiert werden, mich fette, weiße Kuh durch den Dschungel zu tragen?“, „Geht es den Elefanten hier überhaupt gut?“, „Wie gehen die Mahouts mit den Elefanten um, wenn keine Touristen zusehen?“.

ElephantenWaisenhaus_Fotor

Ihr seht, ich habe auf dieser Reise viele neue Erfahrungen gemacht, mit denen es erst einmal umzugehen hieß. Ich habe viel mit Stefan gesprochen und im Internet recherchiert. Und…ich habe mich beruhigt. Elefant und Mensch müssen ja irgendwie zusammen leben. Und gerade im Waisenhaus ist es so, dass sich der Mensch dem möglicherweise (im schlimmsten Fall durch Wilderer) verwundeten Tieren annimmt. Und auch die Mahouts pflegen oft eine jahrelange, vertraute und liebevolle Beziehung zu ihren „Arbeitselefanten“. Fakt ist, es funktioniert. Das sich die Tierwelt ohne uns auf dem Planeten grundsätzlich wohler fühlen würde, dass ist wiederum ein anderes Thema. Doch wir leben nunmal alle hier und müssen uns somit irgendwie arrangieren 😉

SchlangeundAffe_Fotor

 

 

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2 Kommentare zu „Sri Lanka

  1. Ein schönen, ehrlicher Beitrag…Sri Lanka ist auf jeden Fall ein Teil meiner Bucketlist und ich habe mich auch schon sehr viel durch Blogs gelesen und muss sagen, dein Beitrag ist der einzige, in dem das Thema Armut aufgegriffen wurde. Ich kann mir vorstellen, dass es mir dort ähnlich gehen würde, aber ich denke andere Kulturen können einen auch sehr bereichern, daher würde ich trotzdem jedem raten sich auch mal etwas abseits der teuren Hotels zu bewegen. 🙂

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar 🙂 freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat. Ich bin auf jeden Fall auch dafür Land, Menschen und deren Kultur so richtig kennen zu lernen. Das war auch übrigens das letzte Mal, dass wir überhaupt in ein Hotel eingecheckt haben 😉 danach haben wir uns immer für Resorts/Villen/Bungalows/Hostels entschieden, es gibt soviel Schöneres da draußen, mitten in der Natur – meist nicht direkt am Strand, aber dafür umso schöner 🙂

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